La luce del sole, la virtù, la bellezza

Johann Wolfgang von Goethe

In unsres Lebens oft getrübten Tagen
gab uns ein Gott Ersatz für alle Plagen,
daß unser Blick sich himmelwärts gewöhne,
den Sonnenschein, die Tugend und das Schöne.

(Goethe, In ein Stammbuch, ca 1806)

Annunci

Desiderio felice

goethe, selige sehnsucht

Non ditelo a nessuno, solo al sapiente,
giacché la plebe riderebbe di voi:
voglio cantare ciò che è vivente
e che desidera nella fiamma morire.

Nella frescura delle notti d’amore
in cui hai generato e fosti generato,
mentre silenziosa riluce la candela,
ti assale uno strano sentimento;

vorresti sfuggire alla prigionia
di quell’ombra oscura,
e ti lacera un desiderio nuovo
di nozze ancor più alte.

Nessuna lontananza ti rallenta,
giungi volando, ammaliata,
e infine, assetata di luce,
tu, farfalla, nel fuoco ti consumi.

E finché non ottieni questo,
questo: Muori e diventa!
sei solo un ospite afflitto
sulla terra oscura.

[Goethe, Divano occidentale-orientale, HA 2, 18-19]

Ardere è più importante che illuminare

tommaso

Come la lucerna non può splendere se non viene accesa con il fuoco, così non splende la lucerna spirituale se non arde e non si infiamma del fuoco della carità. E perciò ardere è più importante che illuminare, perché la conoscenza della verità è concessa unicamente attraverso la fiamma della carità.

Sicut lucerna lucere non potest nisi igne accendatur, ita lucerna spiritualis non lucet nisi prius ardeat et inflammetur igne caritatis. Et ideo ardor praemittitur illustrationi, quia per ardorem caritatis datur cognitio veritatis.

(Tommaso d’Aquino, Super Evangelium Ioannis, caput V, lectio 6)

Il bilancio finale

goethe-2017

 

 

 

 

Warum das Leben, das Lebend’ge hassen?
Beschaue nur in mildem Licht
Das Menschenwesen, wiege zwischen Kälte
Und Überspannung dich im Gleichgewicht;
Und wo der Dünkel hart ein Urteil fällte,
So laß ihn fühlen, was ihm selbst gebricht;
Du, selbst kein Engel, wohnst nicht unter Engeln,
Nachsicht erwirbt sich Nachsicht, liebt geliebt.
Die Menschen sind, trotz allen ihren Mängeln,
Das Liebenswürdigste, was es gibt;
Fürwahr, es wechselt Pein und Lust.
Genieße, wenn du kannst, und leide, wenn du mußt,
Vergiß den Schmerz, erfrische das Vergnügen.
Zu einer Freundin, einem Freund gelenkt,
Mitteilend lerne, wie der andre denkt.
Gelingt es dir den Starrsinn zu besiegen,
Das Gute wird im ganzen überwiegen.

(Goethe)

L’albero dell’inverno

alberoinverno.jpeg“Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter. Wer sollte bei dem traurigen Ansehn desselben wohl denken, daß diese starren Äste, diese zackigen Zweige im nächsten Frühjahr wieder grünen, blühen, sodann Früchte tragen könnten; doch wir hoffen’s, wir wissen’s.” (J. W. Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre)

Di anno in anno

Du nun selbst! Was felsenfeste
Sich vor dir hervorgetan,
Mauern siehst du, siehst Paläste
Stets mit andern Augen an.
Weggeschwunden ist die Lippe,
Die im Kusse sonst genas,
Jener Fuß, der an der Klippe
Sich mit Gemsenfreche maß.

Jene Hand, die gern und milde
Sich bewegte, wohlzutun,
Das gegliederte Gebilde,
Alles ist ein andres nun.
Und was sich an jener Stelle
Nun mit deinem Namen nennt,
Kam herbei wie eine Welle,
Und so eilt’s zum Element.

(Goethe)